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Goethe - Institut setzt den Rotstift an.
Förderverein Neuss Pskow springt in die Presche.

Es war sonnig, aber schon kalt im September 2010 in Pskow. Das tat den Feiern zum 20-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Neuss und unserer russischen Partnerstadt Pskow keinen Abbruch.
Der Pskower Bürgermeister Iwan Zezerski und sein Neusser Kollege Herbert Napp gaben dem offiziellen Rahmen der Feierlichkeiten den gebührenden Stellenwert. Die Vorsitzende des Pskower Fördervereins, Dr. Natalia Kurtschanowa, und ihr Neusser Kollege, Bernd Stöcker, Vorsitzender des Neusser Fördervereins waren die Repräsentanten derjenigen, die eine 20-jährige Arbeit an der Basis in beiden Städten garantierten und weiter garantieren werden.
Es wurde aber nicht nur gefeiert; es wurde auch gearbeitet während der Tage in Pskow. An der Pädagogischen Universität Pskow und im Bildungszentrum für soziale Anpassung unterrichteten Neusserinnen und Neusser, hielten Vorträge und Seminare: Dr. Dieter Weißenborn, Rosemarie Weißenborn, Christa Beschoten.
Vormittags und nachmittags arbeiteten Rosemarie und Dr. Dieter Weißenborn an der Universität und im Bildungszentrum, Christa Beschoten informierte Studierende der Sozialpädagogik über Sozialarbeit in Deutschland.

Und immer mehr rückten in den Unterrichtspausen die Gespräche mit den russischen Dozentinnen in den Mittelpunkt. Sie, die zukünftige Deutschlehrerinnen vorzüglich ausbilden, kamen allmählich mit der Sprache heraus, wo sie der Schuh drückte. Seit nun mehreren Jahren bekam das Institut für deutsche Sprache keine moderne deutsche Literatur mehr. Dafür hatte vorher das Goethe-Institut gesorgt. Bei auch bei diesem bedeutenden deutschen Kulturträger im Ausland hatten die Sparkommissare den Rotstift angesetzt. Die deutschsprachigen Ausgaben am Institut waren endgültig zerlesen und zudem nicht mehr aktuell.
Wieder zu Hause in Neuss fand Dr. Dieter Weißenborn einen Sponsor. Tausend Euro waren die großzügige Spende, mit der auf die Suche nach moderner deutscher Literatur gegangen wurde.
Beim renommierten Reclam-Verlag wurde man fündig. E-Mails wechselten zwischen Neuss und Pskow, bis die Wünsche der russischen Deutsch-Dozentinnen feststanden.
Die Autorenliste reichte von Thomas Bernhard über Johannes Bobrowski bis hin zu Sammlungen klassischer deutscher Kurzgeschichten und deutscher Kurzprosa der Gegenwart.
Rasch wurde bestellt und auch geliefert. Und eine Delegation junger Russinnen, die Anfang Dezember Neuss besuchte, nahm das Bücherpaket mit nach Russland.
Nach wenigen Tagen kam die freudige Nachricht aus Pskow. Prof. Dr. Irina Chraptschenkowa schrieb:
" Heute haben wir die Bücher, die Sie für unsere Studentinnen und Studenten gekauft haben, bekommen. Die Studierenden freuen sich sehr darüber. Vielen, vielen Dank für Ihre Fürsorge und Hilfe von unseren Studierenden, von unseren Kolleginnen und Kollegen, von der Administration der Fakultät und von dem Rektorat."

Text: Dr. D. Weißenborn