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Reisebericht: Übergabe des Baby-Notarztwagens in Pskow

Ostermontag stand der Baby-Notarztwagen (:BNAW) abholbereit vor der Johanniter-Unfallhilfe auf der Hellersbergstraße.
Ein Mannschaftsbus der Feuerwehr war auch vollgetankt. Er begleitete den BNAW. Im BNAW saßen Fahrer und Beifahrer. Im Feuerwehrwagen saßen die vier anderen Mitfahrer.

Vorher verabschiedete die Pfarrerin Angelika Ludwig die sechs Reisenden mit einer kurzen Andacht in den Räumen der Johanniter. Den traditionellen Reisesegen gab sie ihren mit auf den über 2000 km langen Weg.

Um 17.00 Uhr ging es los. Eine gute und erfolgreiche Fahrt wünschten Freunde und Verwandte den sechs Reisenden. Das waren Bernd und Karola Stöcker, Olaf Plittnik, Julius Schnicks, Ingo Tintemann und Laura Wagner.
Bernd Stöcker ist der Vorsitzende des Fördervereins Neuss-Pskow und der „Vater“ des BNAW. Nichts konnte ihn mehr davon abhalten, den Wagen –ein Geschenk der Stadt Neuss– nach Pskow zu bringen.
Sein Beifahrer war Julius Schnicks. Beide waren „alte Hasen“, denn sie haben schon viele Transporte nach Pskow gebracht.
Julius Schnicks war für die Verpflegung zuständig, heute wie damals vor Jahrzehnten. Man sagt ihm nach, dass er auch während der Fahrt Kaffee aufbrüht und zielsicher das kochende Wasser in den Kaffeefilter gießt, und kein Tropfen geht daneben.

Die Riege der männlichen Mitfahrer wurde ergänzt durch zwei weitere Mitglieder des Fördervereins: Ingo Tintemann und Olaf Plittnik. Ingo Tintemann –auch Mitglied des Neusser Komitees für Partnerschaften– entschloss sich spontan, mitzufahren. Als bekannter Architekt war er gespannt auf unsere Partnerstadt Pskow. Sie ist eine der ältesten russischen Städte mit alten Baudenkmälern und auch Stadtteilen, die von der sowjetischen Architektur geprägt sind.

Olaf Plittnik, in einem großen deutschen Industrieunternehmen tätig, ist in zweierlei Hinsicht intimer Russlandkenner. Für seine Firma reist er ständig in die Russische Föderation und in die Ukraine. Er kennt die russische Mentalität, die russischen Gewohnheiten. Das kann sich beim Grenzübertritt auszahlen. In Pskow –und das kommt hinzu– ist er zu Hause wie in Deutschland. Seine Frau Tatjana stammt aus Pskow. Wenn er den BNAW sicher in Pskow abgestellt hat, wird er ganz bestimmt herzlich in die Arme seiner Schwiegereltern geschlossen.

Karola Stöcker und Laura Wagner waren die weiblichen Begleitpersonen. Karola Stöcker, die Ehefrau des Vorsitzenden, kennt sich durch viele Reisen nach Pskow dort gut aus.
Laura Wagner war die Jüngste in der Runde. Sie ist Studentin der Ingenieurswissenschaften Richtung Verpackung und Design. Sie nutzt den Landweg nach Pskow im BNAW-Konvoi, um dort ein dreimonatiges Praktikum zu absolvieren. Bernd Stöcker hat es vermittelt. Laura wird in einem Brotkombinat arbeiten; in einem recht großen Unternehmen, das Brot und Gebäck in die gesamte Russische Föderation liefert.
Übrigens: Die drei Monate wird sie bei einer jungen Pskowerin wohnen und leben, die vor Jahren als Studentin in Neuss hospitierte. Sie freut sich sehr auf ihren deutschen Gast, die erste Studentin aus Neuss in Pskow. Die Kontakte reißen so nicht ab.

Die Fahrt.

Start: Ostermontag (21. April), 17.00 Uhr. Dienstag (22. April) Fahrt bis Kaunas in Litauen. Mittwoch (23. April) an der estnisch-russischen Grenze. Donnerstag (24. April) 10.00 Uhr feierliche Übergabe des BNAW in Pskow. Anwesend waren der Gouverneur des Kreises Pskow, (Tieschak), der Pskower Bürgermeister Iwan Zizerski:
u.a., die Neusser Gruppe um Bürgermeister Herbert Napp. Freitag (25. April) Besuchsprogramm für alle. Samstag (26. April) 12.00 Uhr Abreise aus Pskow. Sonntag (27. April) 21.00 Uhr Ankunft der Gruppe Bernd Stöcker in Neuss.

So problemlos wie in dieser Aufzählung ein Tag auf den anderen folgte, so problemlos verlief die Fahrt auf den Straßen durch Polen, das Baltikum und Russland. An der russischen Grenze wartete die Pskower Freunde. Allen voran Tatjana Pustoschkina. Sie begleitete die Neusser während der Tage als Übersetzerin, aber auch als Ratgeberin. Sie kennt ihre Landsleute und die Deutschen aus dem Efef. Als Studentin war sie einige Male in Neuss, als stellvertretende Lehrstuhlinhaberin für das Fach Deutsch an der Staatlichen Universität Pskow hat sie den Durchblick in alle Richtungen.
Mit von der Partie war Svetlana, die rechte Hand des Pskower Bürgermeisters. Sie war die einflussreichste Repräsentantin der Pskower Stadtverwaltung auch am Grenzübergang. Julius Schnicks Freund Anatoli war schon in Estland auf seinen Freund und die Neusser Gruppe gestoßen.
Die Stöcker-Gruppe wuchs zu einem deutsch-russischen Team an, was sich ohne Schwierigkeiten auf die letzten Kilometer nach Pskow aufmachen konnte.

Ein Polizeiauto begleitete den Konvoi nach Pskow. Nicht nur auf Kreuzungen sorgte die Polizeibegleitung für Respekt.

Zwei Pskower waren ganz besonders glücklich, als der BNAW vor „ihrem“ Krankenhaus eintraf. Juri, Arzt an dieser Klink, und Vera, dort als Krankenschwester tätig. Beide hatten den BNAW eine Woche lang in Neuss kennen- und schätzen gelernt. Arzt Juri konnte auch noch einen Benzin-Gutschein in Empfang nehmen. Bernd Stöckers langjähriger Freund Juri Maleschin ist der Spender. Als Direktor einer Pskower Ölgesellschaft hatte er es sich nicht nehmen lassen, den Gutschein für den BNAW zu spenden.

Nach oft zähen Verhandlungen über Monate hinweg, lösten sich die Probleme unglaublich schnell in Wohlgefallen auf.
Ende gut, alles gut, kann man sagen. Dennoch: Die Betreuung, des BNAW wird von Neuss aus weiterhin nachhaltig erfolgen. Darin sehen die Vorstandsmitglieder des Fördervereins eine ihrer Aufgaben.

 

Dr. D. Weißenborn, Juni 2014